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Neurochirurgische Schmerztherapie

An unserer Abteilung bieten wir folgende invasive Schmerztherapieverfahren an:

Epidurale Rückenmarkstimulation (Spinal Cord Stimulation):

  • Indikation:

    • Chronische Rücken/Arm/Beinschmerzen (FBSS, Failed Back Surgery Syndrome)

    • CRPS (M. Sudeck)

    • pAVK (Austestung und Indikationsstellung durch Univ.-Klinik für Gefäßchirurgie)

    • therapierefraktäre Angina pectoris

  • Perkutane Operation: Mittels einer (Touhy)nadel wird der Epiduralraum des Wirbelkanals punktiert und eine oder mehrere Elektroden auf die Rückseite des Rückenmarks auf die Rückenmarkshaut gelegt. Über die Elektrodenkontakte wird Strom auf die hinteren Abschnitte des Rückenmarks abgegeben. Der Patient spürt ein angenehmes Stromkribbeln im vorbestehenden Schmerzareal. Die Weiterleitung des Schmerzes an das Gehirn wird reduziert.

  • Offen: Eine Flächenelektrode wird über einen offenen Zugang (wie bei einer Bandscheibenoperation) direkt auf die Rückseite der Rückenmarkshaut aufgebracht. Vorteil ist eine großflächigere Stimulation.

  • Der Eingriff verläuft in zwei Schritten. Nach der Implantation der Elektrode (in örtlicher Betäubung) erfolgt eine Probestimulationsphase von 1-2 Wochen. Sollten sich die Schmerzen deutlich gebessert haben, wird der Impulsgeber in Vollnarkose unter der Haut der Bauchdecke eingebaut. Der Impulsgeber kann von außen mittels Handgerät eingestellt werden. Der Impulsgeber muss, je nach Stromverbrauch, nach 2-9 Jahren getauscht werden.

 

Subcutane Nervenfeldstimulation (Peripheral nerve field stimulation):

  • Chronische Rückenschmerzen
  • Die Elektroden werden in örtlicher Betäubung an den Nerven oder in das Fettgewebe des schmerzhaften Areals eingebracht.
  • Austestung wie bei der epiduraler Rückenmarkstimulation

                       

Intrathekale Medikamententherapie mittels implantierbarem Pumpensystem:

  • Indikation: chronische Rücken/Beinschmerzen (FBSS), chronische therapierefraktäre Schmerzen mit Überwiegen von Nebenwirkungen, therapierefraktäre Tumorschmerzen (Lebenserwartung über 3 Monate)

  • Ein Katheter wird nach Punktion des Subduralraumes mittels (Touhy)nadel intrathekal gelegt. Über diesen Katheter wird kontinuierlich und bei Bedarf bolusweise Medikament in das Nervenwasser abgegeben.Zunächst erfolgt eine Austestphase, in der unterschiedliche Medikamente ausgetestet werden. Die Austestung erfolgt über einen Port, der an den Katheter angeschlossen ist. Nach Abschluss der Testphase, wird der Port durch die implantierte Pumpe ersetzt.

  • Die Pumpe muss in regelmäßigen bzw. vorgegebenen Abständen wieder befüllt werden. Dazu wird die Pumpe steril mittels einer Nadel durch die Bauchhaut punktiert.

  • Batteriebetriebene Pumpen müssen nach ca. 7 Jahren getauscht werden.

     

Trigeminusneuralgie:

  • Mikrovaskuläre Dekompression nach Jannetta

    • Ein Blutgefäß liegt direkt dem Gesichtsnerven nach seinem Austritt aus dem Hirnstamm an. Durch die Pulsationen wird der Nerv geschädigt und es kommt zu Schmerzen. Bei der Operation wird ein Teflonpolster zwischen Nerv und Blutgefäß eingelegt. Damit werden diese Pulsationen auf den Nerven abgedämpft. Durch diese Abpolsterung kommt es zu einer Schmerzbesserung bzw. Schmerzfreiheit

  • Thermodenervation des Ganglion Gasseri

    • Wenn eine Jannetta-OP nicht möglich ist

    • Schmerzleitende Fasern des Gesichtsnerven werden durch Hitze zerstört. Mittels einer (Touhy)nadel wird das Ganglion Gasseri stereotaktisch durch die Wange punktiert, die Nervenäste werden stimuliert und anschließend durch Hitze zerstört. Dadurch kommt es zu einer Schmerzbesserung bzw. Schmerzfreiheit

 

Unsere neurochirurgische Schmerzambulanz ist Dienstags von 14:00 16:00 Uhr besetzt.

Wir bitten um telefonische Terminvereinbarung unter: +43512-504-27472