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Periphere Nerven- und Plexuschirurgie

Schädigung peripherer Nerven entstehen durch Fehlbe- und Überlastung, Entzündungen, Unfälle und Stoffwechselerkrankungen. Klinische Zeichen einer Schädigung umschließen Schmerzen, Taubheitsgefühl, Kribbeln, Missempfinden und Lähmungen. Durch minimal-invasive operative Versorgung kann an unserem Zentrum schnell Abhilfe geschaffen werden.

Das neurochirurgische Spektrum reicht hier von der Behandlung von Engpass-Operationen an der oberen Extremität (z.B.: Karpaltunnelsyndrom, Sulcus-Ulnaris-Syndrom) und an der unteren Extremität (z.B.: Meralgia paraesthetica, Kompression des Wadenbeinnerves), bis hin zu komplexen operativen Eingriffen an Nervengeflechten (Plexus brachialis, Plexus lumbosacralis).

Im speziellen nach traumatischen Verletzungen im Bereich des Armnervengeflechts ist eine spontane Regeneration abzuwarten. Um ein möglichst gutes funktionelles Ergebnis zu erzielen, wird mit regelmäßigen elektrophysiologischen Untersuchungen der Heilungsfortschritt überprüft und erst bei fehlender Erholung, frühestens nach 3 Monaten, eine chirurgische Therapie durchgeführt.

 

Sehr selten können periphere Nerven entarten und es bilden sich meist gutartige Tumore. In ganz seltenen Fällen können diese auch bösartig sein. Lange können diese Tumore unbemerkt wachsen, bevor sie durch lokale Schmerzen, in manchen Fällen bis hin zu Lähmungserscheinungen, erkannt werden.

Die häufigste Tumorart ist ein von den Hüllstrukturen der Nervenfasern ausgehender langsam wachsender Tumor, das sogenannte Neurinom. Es lässt sich in der Mehrheit der Fälle operativ vollständig entfernen und ein erneutes Auftreten ist unwahrscheinlich.

Die Operation dient einerseits der Symptombehandlung, andererseits einer histologischen Untersuchung (genaue Identifizierung des Tumors).

Im Rahmen von interdisziplinären Besprechungen werden besonders komplexe Fälle im Vorfeld besprochen.

 

Einen Überblick über die häufigsten Erkrankungen und Symptome gibt folgende Auflistung:

Karpaltunnelsyndrom:

Syndrom des Nervus Medianus. Frauen sind hier häufiger betroffen als Männer. Ursache ist ein Engpass im Bereich des Handgelenks. Symptome sind vor allem nächtliche Schmerzen, Taubheitsgefühl von Daumen, Zeige- und Ringfinger und Kraftverlust der Hand.

 

Ulnarisrinnensyndrom:

Sulcus nervi ulnaris-Syndrom. Hier sind Männer wie Frauen gleich häufig betroffen. Typische Schmerzausstrahlung ist vom Ellenbogen entlang in Ring- und Kleinfinger. Auch hier kann es zu Kraftverlust der Hand kommen.

 

Meralgia paraesthetica:

Kompression des Nervus cutaneus femoris lateralis. PatientInnen verspüren vor allem Schmerzen und/oder Taubheitsgefühl an der Oberschenken-Außenseite.

 

Morton-Neuralgie:

Hier empfindet der Patient/die Patientin belastungsunabhängige Schmerzen im Bereich des Vorfußes, bis in die mittleren Zehen.

 

Tarsaltunnelsyndrom:

Kompression des Nervus tibialis. Diese zum Teil heftig einschießende Schmerzen betreffen vor allem den äußere Rand des Fußes, einschließlich der Zehen.