Home > Spezialgebiete > Pädiatrische Neurochirurgie

Pädiatrische Neurochirurgie

Die Pädiatrische Neurochirurgie befasst sich mit Erkrankungen und Fehlbildungen des kindlichen Gehirns und Rückenmarks. Da der kindliche Körper noch im Wachstum begriffen ist, bestehen altersabhängige Besonderheiten, die bei der Therapie berücksichtigt werden müssen und spezielle ärztliche Kenntnisse erfordern.

 

Krankheitsbilder:

  • Tumoren
  • Gefäßanomalien
  • Angeborene Fehlbildungen (spinale Dysraphien, Chiari Malformation, Craniosynostosen
  • Hydrocephalus

 

Tumoren:

Gehirntumore stellen die häufigsten soliden Tumoren in der Kindheit dar. Neben der unterschiedlichen Lokalisation (50% in der hinteren Schädelgrube) unterscheiden sie sich auch in ihrem pathologischen Verhalten von den Tumoren Erwachsener, insgesamt ist die Prognose günstiger zu werten. Hirndruckzeichen (Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen) sind  häufig die ersten Symptome die bei Kindern auftreten. Die Magnetresonanztomographie liefert wichtige Informationen für die Behandlungsplanung und erlaubt eine Beurteilung  bzgl. der  Operabilität eines Tumors. Unter Anwendung moderner  Techniken (Neuronavigation, Neuromonitoring, 5-ALA-Fluoreszenz) kann eine möglichst schonende und effektive chirurgische Behandlung erfolgen.  

 

Gefäßmalformationenen:

Werden ähnlich wie die Gefäßmalformationen des Erwachsenenalters behandelt. Nähere Informationen finden Sie dort:

  • Aneurysma
  • Angiom
  • Kavernom

 

Angeborene Fehlbildungen:

Unter dem Begriff spinale Dysraphien werden Fehlbildungen zusammengefasst, die während der Entwicklung des Rückenmarks und seiner Hüllen auftreten. Das Ausmaß des Defektes und somit auch die klinische Symptomatik können stark variieren. Die bekannteste Dysraphie, die MMC, ist durch ein Freiliegen neuronaler Strukturen (Plakode) gekennzeichnet, weshalb eine rasche operative Deckung indiziert ist. Milderer Formen von Anlagestörungen werden verlaufskontrolliert und im Bedarfsfall operativ behandelt.  

Chiari Malformation:

Die CM ist gekennzeichnet durch eine Verlagerung der Kleinhirntonsillen in den Wirbelkanal. Oftmals sind die Patienten unauffällig. Treten Kopfschmerzen oder neurologische Symptome auf ist eine knöcherne Dekompression indiziert. Die Hirnhaut kann durch ein Implantat erweitert werden.

Craniosynostosen:

Der frühzeitige Verschluß der Schädelnähte führt zu Schädeldefomitäten, die sich negativ auf  das Gehirnwachstum auswirken können. Eine erhöhter Hirndruck und Entwicklungsstörungen können die Folge sein.  Zur Vermeidung von Spätschäden und in Hinblick auf eine normale Entwicklung der Kopfform sollte eine frühzeitige operative Korrektur erfolgen.

 

Hydrocephalus (Wasserkopf):

Von einem Hydrocephalus spricht man, wenn das Kammersystem (Ventrikelsystem) im Gehirn erweitert ist. Liquor (Hirnwasser) wird in den Hirnkammern permanent produziert, zirkuliert durch das bestehende System und gelangt an die Oberfläche des Gehirns, wo er über das venöse System wieder abtransportiert (resorbiert) wird. Ist der Liquorabfluss in irgendeiner Form blockiert oder eingeschränkt (z.B. nach Blutungen, Infektionen, …) staut sich die Flüssigkeit im Gehirn auf und es kommt zu einer Vergrößerung der Hirnkammern. Die Folge ist ein ansteigender Druck auf das Hirngewebe. Säuglinge reagieren mit einer Zunahme des Kopfumfanges, einer Vorwölbung der Fontanelle, mit Trinkschwäche und Gedeihstörungen. Sind die Schädelnähte bereits verschlossen kommt es zu Hirndruckzeichen (Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen).

 

Therapie:

Shuntanlage:

In den meisten Fällen erfolgt eine Ableitung der Hirnflüssigkeit (über ein Kathetersystem mit dazwischengeschaltetem Ventil) in eine andere Körperhöhle. Besonders geeignet ist dafür die Bauchhöhle (Ventrikulo-peritonealer Shunt), alternativ ist eine Ableitung in den Vorhof des rechten Herzens (VA-Shunt) möglich.

 

Ventrikulozisternostomie:

Besteht eine Abflußbehinderung zwischen der III. und IV. Kammer (Aquäduktstenose), kann mittels eines Endoskops, das in die erweiterten Kammern vorgeschoben wird, eine kleine Öffnung im Boden der III. Hirnkammer erzeugt werden. Der Liquor kann über diesen Umgehungskreislauf wieder an die Hirnoberfläche gelangen und auf natürliche Weise abtransportiert werden. Die Implantation eines Fremdkörpers kann so vermieden werden.